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When the city offered
the position of a city photographer it caused
unexpected sensation among German photographers. Requests regarding the
offer
revealed some misunderstanding.
Our intention was to see Gera through different eyes and get this new
view on
our city photographed, unbiased and curious. We didn't want to show touristic
idyllic spots, but personal and true pictures of life in this city.
Johannes Backes put his Gera-photos under the motto by Susan Sontag:
"Progressive photography is a method to outwit the world instead
of attacking
it directly."
So much this qoutation might reflect the situation of photography in the
postmodern society in general - a society that rather gets outwitted than
convinced because it regards deception as part of a social game called
life -
I cannot see this deception in Backes' works. They are simply too honest,
too
straight forward and too personal to be outwitting in the common sense
of
speaking. Certainly the situations in which Backes portrays 'his' kids
ask
for a close perception that leads to a deeper examination. In this sense
our
common way of perception and our lethargy are being outwitted. On the
other
hand especially his portraits - being full of sympathy and understanding
-
affect us directly. But Backes never gets sentimental or garrulous he
remains
objective and distant. For that he uses photographic means like the
composition of the picture and a restrained coolness and only exceptionally
a
loud colourness.
His photographs do not only talk about the portrait young people and their
relation to their home town; they also tell us something about the
photographer and his experiences in Gera. So have the expectations of
a city
photographer been fulfilled? Concerning the artistic quality of the
photographs this question has to be answered positive. And the MAK considers
itself lucky to own such valuable works. If other expectations were fulfilled
the exhibitions may show.
"The motivation
for my work comes from the implicit interest of getting to
know and wanting to see the world. But that does not help if the consumer
of
my pictures does not want to share this getting to know and wanting to
see
the world" - Johannes Backes writes. Let's take up this challenge.
Als die Stadt einen
Stadtfotografen ausschrieb, erregte dies in der
Fotoszene Deutschlands unerwartetes Aufsehen. Etliche Anfragen ließen
allerdings auf ein gründliches Mißverständnis einer solchen
Initiative
schließen.
Unsere Vorstellungen waren es, Gera mit den Augen eines anderen betrachten
und fotografieren zu lassen, unbelastet und unvoreingenommen. Dabei sollte
es
nicht um touristische Idyllen gehen, sondern um persönliche und wahrhaftige
Bilder vom Leben in dieser Stadt. Johannes Backes hat seine Gera-Bilder
unter
das Motto von Susan Sontag gestellt:
Fortschrittliche Fotografie ist eine Methode, die Welt zu überlisten,
statt
sie frontal zu attackieren.
So sehr dieser Satz die Situation der Fotografien ganz allgemein in der
postmodernen Gesellschaft widerspiegeln mag, die sich lieber überlisten
als
überzeugen lassen will, weil sie die Überlistung als Teil des
großen
Gesellschaftsspiels Leben ansieht, mag ich diesen Begriff
für die Arbeiten
von Backes nicht gelten lassen. Sie sind mir einfach zu ehrlich, zu direkt
und auch zu persönlich, um im landläufigen Sinn zu überlisten.
Sicher
verführen die Situationen, in denen Backes seine Kids
zeigt, zu einem
genaueren Hinsehen, aus dem dann eine tiefere Beschäftigung mit dem
Bild
hervorgeht. In diesem Sinne werden unsere Sehgewohnheiten und unsere Trägheit
überlistet. Andererseits spricht gerade aus den Porträts so
viel Anteilnahme
und Verständnis, daß wir direkt betroffen sind. Dabei wird
Backes nie
sentimental oder geschwätzig, sondern er bleibt sachlich und auf
Distanz.
Dazu setzt er fotografische Mittel wie die Komposition des Bildes und
eine
zurückgenommene, kühle und nur selten grelle Farbigkeit gezielt
ein.
So sprechen diese Aufnahmen nicht nur über die abgebildeten Jugendlichen
und
deren Verhältnis zu ihrem Heimatort, sondern auch über den Fotografen
selbst
und seine Erfahrungen mit Gera. Wurden also die Erwartungen an den ersten
Geraer Stadtfotografen erfüllt? Was die künstlerische Qualität
der
Fotografien betrifft, ist diese Frage unbedingt
zu bejahen, und das MAK schätzt sich glücklich, seiner Sammlung
Gegenwartsfotografie eine solche wertvolle Werkgruppe hinzufügen
zu können.
Ob weitere Erwartungen erfüllt wurden, können vielleicht die
Ausstellungen
erweisen.
Die Motivation zu meinen Arbeiten kommt aus dem unbedingten Kennenlernen
und
Sehenwollen, doch nützt dies alles nichts, wenn dieses Kennenlernen
und Sehenw
ollen nicht auch vom Betrachter geteilt wird. schreibt Johannes
Backes
selbst. Nehmen wir diese Herausforderung an!
Hans-Peter Jakobson Direktor, Museum für Angewandte Kunst Gera
Fremde Blicke fangen oft Überraschendes ein und bereichern
so die eigene
Urteilskraft. Diesem Ansatz folgend, wurde im Jahre 1996 die Idee eines
Stadtfotografen für Gera geboren. Die bei dem Projekt enstandenen
ebenso
nachdenklichen wie streitbaren Bilder rechtfertigen die Idee des
Stadtfotografen in eindrucksvoller Weise.
Ralf Rauch, Oberbürgermeister der Stadt Gera
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